Auf ein nettes Wort – Zeit für Komplimente…!

Es ist schon länger her, dass ich diesen Text geschrieben habe. An Aktualität hat er deshalb aber ( leider ) nicht verloren …

Die Sache mit den netten Worten, denen die einen einfach mal ganz herzlich umarmen und ein Lächeln im Innen erzeugen – ist imer noch etwas, von dem es gerne sehr viel mehr geben darf! Weil es so schön ist. Weil es so gut tut. Weil es so viel verändern kann. Deshalb mache ich heute etwas, was ich eigentlich nie mache …  einen „alten“ Text einfach nochmal verwenden …

„Gestern Abend habe ich ein Buch gelesen in dem es mal wieder darum ging wie viel Kraft und Zeit wir Mütter damit verbringen uns mit anderen Müttern zu vergleichen.

Nein – besser gesagt, wie sehr wir damit beschäftigt sind andere Mütter ein bisschen (oder ziemlich viel) schlecht zu reden, zu denken, zu fühlen …um an Ende eines Tages selbst ein wenig besser da zu stehen.

Das klang als ob keine Frau mehr ein ehrliches Kompliment von einer anderen zu erwarten hätte, sobald sie Kinder hätten.

Statt Solidarität, erwartet einen nun ein nie endender Vergleichsstress und Bewertungsmarathon, den am Ende keiner wirklich gewinnen kann. Darum geht es wohl auch nicht.

Das immer wieder beschriebene „MamalügtandererMamanettinsGesicht“ Phänomen ist ähnlich etabliert wie der Latte Machiattobecher, den wir andauernd in den Händen halten.

Weil, glaubt man all diesen Stereotypen, dann genug zum lästern da ist.

Was ja scheinbar das Lebenselixier unausgeschlafener Mütter zu sein scheint.

Lästern hält wach, lenkt ab und funktioniert überall.

Das zu dem oft thematisiertem Mütterbild aktueller Medien.

Darin sind wir Frauen scheinbar nie nett zu anderen Frauen. Wir mögen uns nicht.

Wir beäugen einander und schielen nach Dellen, Falten, Fehlern.

Wir battlen uns auf allen Ebenen die auch nur ansatzweise mit unseren Kindern zu tun haben – schon vorgeburtlich. PDA oder Hausgeburt, Stillen oder Flasche, Tragetuch oder BabyBjörn, SecondHand oder Luxuskleidung, Bio oder Aldi – selbst Reis oder Maiswaffel können durchaus ernsthaft diskutiert werden. Wobei diskutieren ja in Ordnung wäre.

Angeblich reden wir Mütter aber nur noch mit Müttern die denken wie wir selbst – und dabei am liebsten ÜBER die anderen – die nicht denken wie wir selbst.

Und über deren Kinder natürlich auch.

Dabei sind wir nicht zimperlich und verwechseln ehrlich mit gemein.

Wer jetzt einen ganz ehrlichen Blick auf sich wirft weiß, so ganz unwahr sind solche Überspitzungen nicht. Zumindest nicht, wenn es darum geht ob wir tatsächlich soviel nach anderen Müttern schauen. Aber warum eigentlich?

Und ist das wirklich immer so böse gemeint, wie aktuell so gerne behauptet?

Ich behaupte jetzt einfach mal NEIN!

Meistens steckt hinter dem Blick nach den Anderen doch auch nur die Suche nach etwas mehr Sicherheit bei der Frage nach dem WIE.

WIE macht es die Andere. WIE machen es die meisten. WIE sollte man es besser nicht machen.

An sich ein schöner Gedanke, voneinander zu lernen, Erfahrungen weiter zu geben und sich gegenseitig zu unterstützen, statt klein zu reden. Das sollten wir Frauen wahrscheinlich auch viel häufiger machen.

Solidarität untereinander wurde uns noch stärker machen.

In der Realität bleibt es aber leider oft beim engen Kreis, mit dem man tatsächlich mehr als nur Blicke austauscht.

Vielleicht weil es dabei um eines der sensibelsten Themen überhaupt geht, nämlich unsere Kinder geht? Wir nirgends sonst so verletzlich sind wie hier?

Unterbewusst suchen wir also nach Gleichgesinnten – die uns darin bestätigen, auf dem richtigen Weg zu sein. Welche mit denen man gut auf Rückbildungsmatten und später auf Bänken sitzen kann.

Positiv könnte man auch sagen : Mit Menschen mit denen wir uns wohlfühlen, was legitim ist. Denn mit Menschen zusammen zu sein, die uns gut tun, ist etwas was nicht verkehrt sein kann. Unseren Kindern wünschen wir schließlich genau das Gleiche.

Nähe und Beziehung zu anderen Menschen. Mit dem Gefühl gleichwertig, dabei aber nicht gleich sein zu müssen.

Ob sie das von uns lernen oder erfahren können, hängt natürlich davon ab, wie sehr wir dem obigen Bild entsprechen.

Oder ihm widersprechen!

Denn Mütter können sehr wohl nett sein!

Auch zu anderen Müttern.

Vielleicht finde ich das aktuelle Mütterbild auch gerade deshalb so doof,weil ich selbst ziemlich viele, echt nette Mütter kenne. Was mit Sicherheit kein Einzelfall sein kann.

Welche die ganz anders als ich selbst bin und welche die mir ähneln.

Manche kenne ich schon bevor sie Mama wurden. Andere, ziemlich tolle Frauen habe ich auch nur deshalb kennengelernt, weil wir durch oder von unseren Kindern zusammengebracht wurden.

Manchmal entsteht eine echte Freundschaft. Manchmal auch Nichts.

Wobei Nichts viel besser wäre, als böse Gedanken oder Worte.

Womit wir wieder am Anfang wären.

Ich kenne starke, kluge, witzige, emphatische und ja, auch ziemlich viele schöne Frauen. Mit ebensolchen Kindern. Alle verschieden – alle toll.

UND NEIN – damit ist keine Perfektion im eigentlichen Sinne gemeint. Im Gegenteil.

Das sollte ich öfter sagen.

Deshalb beende ich diese Gedanken heute hier – mit genau diesem dem Vorhaben ….zukünftig mehr Worte zu vergeben, für das was ich an anderen mag, schätze, bewundere, was mich an ihnen inspiriert.

Ich finde: Es ist an der Zeit für Komplimente. Von Frau zu Frau. Mutter zu Mutter. Mensch zu Mensch.

… „

 

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